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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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diesem Wahrzeichen sind die Erstlinge aller Zeiten zuerkennen, ob sie auch gleich zuletzt gekommen sind. Soweit flog die Geschichtsbetrachtung noch nie, selbst nicht,wenn sie träumte; denn jetzt ist die Menschengeschichtenur die Fortsetzung der Thier- und Pflanzengeschichte;ja in den untersten Tiefen des Meeres findet der histo-rische Universalist noch die Spuren seiner selbst, alslebenden Schleim; den ungeheuren Weg, den derMensch bereits durchlaufen hat, wie ein Wunder an-staunend, schwindelt dem Blicke vor dem noch erstaun-licheren Wunder, vor dem modernen Menschen selbst,der diesen Weg zu übersehen vermag. Er steht hochund stolz auf der Pyramide des Weltprozesses: indem eroben darauf den Schlussstein seiner Erkenntniss legt,scheint er der horchenden Natur rings umher zuzurufen:wir sind am Ziele, wir sind das Ziel, wir sind die voll-endete Natur.

Überstolzer Europäer des neunzehnten Jahrhunderts,du rasest! Dein Wissen vollendet nicht die Natur, son-dern tödtet nur deine eigne. Miss nur einmal deineHöhe als Wissender an deiner Tiefe als Könnender.Freilich kletterst du an den Sonnenstrahlen des Wissensaufwärts zum Himmel, aber auch abwärts zum Chaos.Deine Art zu gehen, nämlich als Wissender zu klettern,ist dein Verhängniss; Grund und Boden weicht insUngewisse für dich zurück; für dein Leben giebt eskeine Stützen mehr, nur noch Spinnefäden, die jederneue Griff deiner Erkenntniss auseinanderreisst. Dochdarüber kein ernstes Wort mehr, da es möglich ist, einheiteres zu sagen.

Das rasend - unbedachte Zersplittern und Zerfasernaller Fundamente, ihre Auflösung in ein immer fliessendesund zerfliessendes Werden, das unermüdliche Zerspinnen