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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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nun der Geschichte zu Hülfe kommen, als Apologetendes Thatsächlichen, so werdet ihr sagen: er hat alles,was in ihm lag, ausgesprochen, er hätte, bei längeremLeben, immer nur das Schöne als gleiches Schönes, nichtals neues Schönes schaffen können, und dergleichen. Soseid ihr die Advocaten des Teufels, und zwar dadurch,dass ihr den Erfolg, das Factum zu eurem Götzen macht:während das Factum immer dumm ist und zu allenZeiten einem Kalbe ähnlicher gesehen hat als einemGotte. Als Apologeten der Geschichte soufflirt euchüberdies die Ignoranz: denn nur weil ihr nicht wisst,was eine solche natura naturans, wie Raffael, ist, machtes euch nicht heiss, zu vernehmen, dass sie war und nichtmehr sein wird. Über Goethe hat uns neuerdings Je-mand belehren wollen, dass er mit seinen 82 Jahren sichausgelebt habe: und doch würde ich gern ein paarJahre desausgelebten Goethe gegen ganze Wagenvoll frischer hochmoderner Lebensläufte einhandeln, umnoch einen Antheil an solchen Gesprächen zu haben,wie sie Goethe mit Eckermann führte, und um auf dieseWeise vor allen zeitgemässen Belehrungen durch dieLegionäre des Augenblicks bewahrt zu bleiben. Wiewenige Lebende haben überhaupt, solchen Todten ge-genüber, ein Recht zu leben! Dass die Vielen lebenund jene Wenigen nicht mehr leben, ist nichts als einebrutale Wahrheit, das heisst eine unverbesserliche Dumm-heit, ein plumpeses ist einmal so gegenüber der Morales sollte nicht so sein. Ja, gegenüber der Moral! Dennrede man von welcher Tugend man wolle, von der Ge-rechtigkeit, Grossmuth, Tapferkeit, von der Weisheit unddem Mitleid des Menschen überall ist er dadurchtugendhaft, dass er sich gegen jene blinde Macht derFacta, gegen die Tyrannei des Wirklichen empört und