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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Man soll aber immerhin diese auch von mir nur zwei-felnd hingestellte Erklärung durch bessere Erklärungenersetzen; denn der Ursprung der historischen Bildungund ihres innerlich ganz und gar radicalen Widerspruchesgegen den Geist einerneuen Zeit, einesmodernenBewusstseins dieser Ursprung muss selbst wiederhistorisch erkannt werden, die Historie muss das Problemder Historie selbst auflösen, das Wissen muss seinenStachel gegen sich selbst kehren dieses dreifacheMuss ist der Imperativ des Geistes derneuen Zeit,falls in ihr wirklich etwas Neues, Mächtiges, Lebenver-heissendes und Ursprüngliches ist. Oder sollte es wahrsein, dass wir Deutschen um die romanischen Völkerausser dem Spiele zu lassen in allen höheren Ange-legenheiten der Cultur immer nurNachkommen seinmüssten, deshalb weil wir nur dies allein sein könnten,wie diesen sehr zu überlegenden Satz einmal WilhelmWackernagel ausgesprochen hat:Wir Deutschen sindeinmal ein Volk von Nachkommen, sind mit all unsermhöheren Wissen, sind selbst mit unserm Glauben immernur Nachfolger der alten Welt; auch die es feindlichgestimmt nicht wollen, athmen nächst dem Geiste desChristenthums unausgesetzt von dem unsterblichen Geistealtclassischer Bildung, und gelänge es Einem, aus derLebensluft, die den inneren Menschen umgiebt, diesezwei Elemente auszuscheiden, so würde nicht viel übrigbleiben, um noch ein geistiges Leben damit zu fristen.Selbst aber wenn wir bei diesem Berufe, Nachkommendes Alterthums zu sein, uns gern beruhigen wollten,selbst wenn wir uns entschlössen, ihn recht nachdrücklichernst und gross zu nehmen und in dieser Nachdrücklich-keit unser auszeichnendes und einziges Vorrecht anzu-erkennen, so würden wir trotzdem genöthigt werden