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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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nicht mehr trägt, dann soll es auch recht sein: soempfinden sie und leben eine ironische Existenz.

8 .

Es darf zwar befremdend, aber nicht widerspruchs-voll erscheinen, wenn ich dem Zeitalter, das so hörbarund aufdringlich in das unbekümmertste Frohlocken überseine historische Bildung auszubrechen pflegt, trotzdemeine Art von ironischem Selbstbewusstsein zu-schreibe, ein darüberschwebendes Ahnen, dass hier nichtzu frohlocken sei, eine Furcht, dass es vielleicht baldmit aller Lustbarkeit der historischen Erkenntniss vorübersein werde. Ein ähnliches Räthsel in Betreff einzelnerPersönlichkeiten hat uns Goethe, durch seine merkwürdigeCharakteristik Newtons hingestellt: er findet im Grunde(oder richtiger: in der Höhe) seines Wesenseine trübeAhnung seines Unrechtes, gleichsam als den in einzelnenAugenblicken bemerkbaren Ausdruck eines überlegnenrichtenden Bewusstseins, das über die nothwendige, ihminnewohnende Natur eine gewisse ironische Übersichterlangt habe. So findet man gerade in den grösser undhöher entwickelten historischen Menschen ein oft biszu allgemeiner Skepsis gedämpftes Bewusstsein davon,wie gross die Ungereimtheit und der Aberglaube sei, zuglauben, dass die Erziehung eines Volkes so überwiegendhistorisch sein müsse, wie sie es jetzt ist; haben dochgerade die kräftigsten Völker, und zwar kräftig in Thatenund Werken, anders gelebt, anders ihre Jugend heran-gezogen. Aber uns ziemt jene Ungereimtheit, jener Aber-glaube so lautet die skeptische Einwendung unsden Spätgekommenen, den abgeblassten letzten Sprossenmächtiger und frohmüthiger Geschlechter, uns, auf die