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von ihr als Fälschung empfunden werden. Historie aber,die nur zerstört, ohne dass ein innrer Bautrieb sie führt,macht auf die Dauer ihre Werkzeuge blasirt und un-natürlich: denn solche Menschen zerstören Illusionen, und„wer die Illusion in sich und Anderen zerstört, den straftdie Natur als der strengste Tyrann“. Eine gute Zeit langzwar kann man sich wohl mit der Historie völlig harmlosund unbedachtsam beschäftigen, als ob es eine Beschäf-tigung so gut wie jede andre wäre; insbesondere scheintdie neuere Theologie sich rein aus Harmlosigkeit mit derGeschichte eingelassen zu haben und jetzt noch will siees kaum merken, dass sie damit, wahrscheinlich sehrwider Willen, im Dienste des Voltaire’schen ecrasez steht.Vermuthe Niemand dahinter neue kräftige Bau-Instincte;man müsste denn den sogenannten Protestanten-Vereinals Mutterschooss einer neuen Religion und etwa denJuristen Holtzendorf (den Herausgeber und Vorrednerder noch viel sogenannteren Protestanten-Bibel) als Jo-hannes am Flusse Jordan gelten lassen. Einige Zeit hilftvielleicht die in älteren Köpfen noch qualmende Hegel-ische Philosophie zur Propagation jener Harmlosigkeit,etwa dadurch, dass man die „Idee des Christenthums“von ihren mannichfach unvollkommenen „Erscheinungs-formen“ unterscheidet und sich vorredet, es sei wohl gardie „Liebhaberei der Idee“, sich in immer reineren Formenzu offenbaren, zuletzt nämlich als die gewiss allerreinste,durchsichtigste, ja kaum sichtbare Form im Hirne desjetzigen theologus liberalis vulgaris. Hört man aber dieseallerreinlichsten Christenthümer sich über die früherenunreinlichen Christenthümer aussprechen, so hat der nichtbetheiligte Zuhörer oft den Eindruck, es sei gar nichtvom Christenthume die Rede, sondern von — nun woransollen wir denken? wenn wir das Christenthum von dem