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wicklung deuten lassen, sofort wird er neben Anderezur Vergleichung gestellt, auf die Wahl seines Stoffes, aufseine Behandlung hin secirt, auseinandergerissen, weislichneu zusammengefügt und im Ganzen vermahnt und zu-rechtgewiesen. Es mag das Erstaunlichste geschehen,immer ist die Schaar der historisch Neutralen auf demPlatze, bereit den Autor schon aus weiter Ferne zu über-schauen. Augenblicklich erschallt das Echo: aber immerals „Kritik“, während kurz vorher der Kritiker von derMöglichkeit des Geschehenden sich nichts träumen liess.Nirgends kommt es zu einer Wirkung, sondern immernur wieder zu einer „Kritik“; und die Kritik selbst machtwieder keine Wirkung, sondern erfährt nur wieder Kritik.Dabei ist man übereingekommen, viel Kritiken als Wir-kung, wenige oder keine als Misserfolg zu betrachten.Im Grunde aber bleibt, selbst bei sothaner „Wirkung“,alles beim Alten: man schwätzt zwar eine Zeit lang et-was Neues, dann aber wieder etwas Neues und thutinzwischen das, was man immer gethan hat. Die histo-rische Bildung unsrer Kritiker erlaubt gar nicht mehr,dass es zu einer Wirkung im eigentlichen Verstände,nämlich zu einer Wirkung auf Leben und Handelnkomme: auf die schwärzeste Schrift drücken sie sogleichihr Löschpapier, auf die anmuthigste Zeichnung schmierensie ihre dicken Pinselstriche, die als Correcturen ange-sehn werden sollen: da war’s wieder einmal vorbei. Nieaber hört ihre kritische Feder auf zu fliessen, denn siehaben die Macht über sie verloren und werden mehr vonihr geführt, anstatt sie zu führen. Gerade in dieser Maass-losigkeit ihrer kritischen Ergüsse, in dem Mangel derHerrschaft über sich selbst, in dem, was die Römer im-potentia nennen, verräth sich die Schwäche der modernenPersönlichkeit.