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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Toga.“ Nun frage ich, ob es auch nur möglich wäre,unsre jetzigen Litteraten, Volksmänner, Beamte, Politikerals Römer vorzuführen; es will durchaus nicht angehen,weil sie keine Menschen sind, sondern nur eingefleischteCompendien und gleichsam concrete Abstracta. Wenn sieCharakter und eigne Art haben sollten, so steckt diesAlles so tief, dass es gar nicht sich an’s Tageslicht heraus-winden kann: wenn sie Menschen sein sollten, so sindsie es doch nur für den, „der die Nieren prüft“. Für jedenAndern sind sie etwas Anderes, nicht Menschen, nichtGötter, nicht Thiere, sondern historische Bildungsgebilde,ganz und-gar Bildung, Bild, Form ohne nachweisbarenInhalt, leider nur schlechte Form, und überdies Uniform.Und so möge mein Satz verstanden und erwogen werden:die Geschichte wird nur von starken Persön-lichkeiten ertragen, die schwachen löscht sievollends aus. Das liegt darin, dass sie das Gefühl unddie Empfindung verwirrt, wo diese nicht kräftig genugsind, die Vergangenheit an sich zti messen. Dem, dersich nicht mehr zu trauen wagt, sondern unwillkürlich fürsein Empfinden bei der Geschichte um Rath fragt „wiesoll ich hier empfinden?“, der wird allmählich aus Furcht-samkeit zum Schauspieler und spielt eine Rolle, meistenssogar viele Rollen und deshalb jede so schlecht undflach. Allmählich fehlt alle Congruenz zwischen demMann und seinem historischen Bereiche; kleine vorlauteBurschen sehen wir mit den Römern umgehen, als wärendiese ihresgleichen: und in den Überresten griechischerDichter wühlen und graben sie, als ob auch diese corftorafür ihre Section bereit lägen und vilia wären, was ihreeignen litterarischen cor\pora sein mögen. Nehmen wiran, es beschäftige sich Einer mit Demokrit, so liegt mirmmer die Frage auf den Lippen: warum denn just De-