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Innerlichkeit: der Inhalt selbst, von dem es angenommenist, dass er aussen gar nicht gesehen werden kann, möchtesich gelegentlich einmal verflüchtigen; aussen würde manaber weder davon, noch von dem früheren Vorhandenseinetwas merken. Aber denke man sich immerhin dasdeutsche Volk möglichst weit von dieser Gefahr entfernt:etwas Recht wird der Ausländer immer behalten, wenner uns vorwirft, dass unser Inneres zu schwach undungeordnet ist, um nach aussen zu wirken und sich eineForm zu geben. Dabei kann es sich in seltenem Gradezart empfänglich, ernst, mächtig, innig, gut erweisen undvielleicht selbst reicher als das Innere anderer Völkersein: aber als Ganzes bleibt es schwach, weil alle dieschönen Fasern nicht in einen kräftigen Knoten ge-schlungen sind: so dass die sichtbare That nicht dieGesammtthat und Selbstoffenbarung dieses Inneren ist,sondern nur ein schwächlicher oder roher Versuch irgendeiner Faser, zum Schein einmal für das Ganze gelten zuwollen. Deshalb ist der Deutsche nach einer Handlunggar nicht zu beurtheilen und als Individuum auch nachdieser That noch völlig verborgen. Man muss ihn be-kanntlich nach seinen Gedanken und Gefühlen messen,und die spricht er jetzt in seinen Büchern aus. Wennnur nicht gerade diese Bücher neuerdings mehr als je einenZweifel darüber erweckten, ob die berühmte Innerlichkeitwirklich noch in ihrem unzugänglichen Tempelchen sitze:es wäre ein schrecklicher Gedanke, dass sie eines Tagesverschwunden sei und nun nur noch die Äusserlichkeit,jene hochmüthig täppische und demüthig bummeligeÄusserlichkeit als Kennzeichen des Deutschen zurück-bliebe. Fast eben so schrecklich, als wenn jene Inner-lichkeit, ohne dass man es sehen könnte, gefälscht, ge-färbt, übermalt darin sässe und zur Schauspielerin, wenn