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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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gewisse Kenntniss der Vergangenheit, bald als monu-mentalische, bald als antiquarische, bald als kritischeHistorie: aber nicht wie eine Schaar von reinen, demLeben nur zusehenden Denkern, nicht wie wissensgierige,durch Wissen allein zu befriedigende Einzelne, denenVermehrung der Erkenntniss das Ziel selbst ist, sondernimmer nur zum Zweck des Lebens und also auch unter derHerrschaft und obersten Führung dieses Lebens. Dassdies die natürliche Beziehung einer Zeit, einer Cultur,eines Volkes zur Historie ist hervorgerufen durchHunger, regulirt durch den Grad des Bedürfnisses, inSchranken gehalten durch die innewohnende plastischeKraft dass die Kenntniss der Vergangenheit zu allenZeiten nur im Dienste der Zukunft und Gegenwart be-gehrt ist, nicht zur Schwächung der Gegenwart, nichtzur Entwurzelung einer lebenskräftigen Zukunft: dasAlles ist einfach, wie die Wahrheit einfach ist, undüberzeugt sofort auch den, der dafür nicht erst den histo-rischen Beweis sich führen lässt.

Und nun schnell einen Blick auf unsere Zeit! Wirerschrecken, wir fliehen zurück: wohin ist alle Klarheit,alle Natürlichkeit und Reinheit jener Beziehung vonLeben und Historie, wie verwirrt, wie übertrieben, wieunruhig fluthet jetzt dies Problem vor unsern Augen!Liegt die Schuld an uns, den Betrachtenden? Oder hatsich wirklich die Constellation von Leben und Historieverändert, dadurch dass ein mächtig feindseliges Gestirnzwischen sie getreten ist? Mögen Andere zeigen, dasswir falsch gesehen haben: wir wollen sagen, was wir zusehen meinen. Es ist allerdings ein solches Gestirn, einleuchtendes und herrliches Gestirn dazwischen getreten,die Constellation ist wirklich verändert durch dieWissenschaft, durch die Forderung, dass die