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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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da wir nun einmal die Resultate früherer Geschlechtersind, sind wir auch die Resultate ihrer Verirrungen,Leidenschaften und Irrthümer, ja Verbrechen; es istnicht möglich, sich ganz von dieser Kette zu lösen. Wennwir jene Verirrungen verurtheilen und uns ihrer für ent-hoben erachten, so ist die Thatsache nicht beseitigt, dasswir aus ihnen herstammen. Wir bringen es im bestenFalle zu einem Widerstreite der ererbten, angestammtenNatur und unserer Erkenntniss, auch wohl zu einemKampfe einer neuen strengen Zucht gegen das vonAlters her Anerzogne und Angeborne, wir pflanzen eineneue Gewöhnung, einen neuen Instinct, eine zweite Naturan, so dass die erste Natur abdorrt. Es ist ein Versuchsich gleichsam a posteriori eine Vergangenheit zu geben,aus der man stammen möchte, im Gegensatz zu der, ausder man stammt: immer ein gefährlicher Versuch, weiles so schwer ist, eine Grenze im Verneinen des Vergan-gnen zu finden, und weil die zweiten Naturen meistensschwächlicher als die ersten sind. Es bleibt zu häufigbei einem Erkennen des Guten, ohne es zu thun, weilman auch das Bessere kennt, ohne es thun zu können.Aber hier und da gelingt der Sieg doch, und es giebtsogar für die Kämpfenden, für die, welche sich der kriti-schen Historie zum Leben bedienen, einen merkwürdigenTrost: nämlich zu wissen, dass auch jene erste Naturirgend wann einmal eine zweite Natur war und dass jedesiegende zweite Natur zu einer ersten wird.

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Dies sind die Dienste, welche die Historie demLeben zu leisten vermag; jeder Mensch und jedes Volkbraucht je nach seinen Zielen, Kräften und Nöthen eine