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Giftmischerei abgesehn haben; so bilden sie ihre Zungeund ihren Geschmack aus, um aus ihrer Verwöhntheit zuerklären, warum sie alles das, was ihnen von nahrhafterKunstspeise angeboten wird, so beharrlich ablehnen. Dennsie wollen nicht, dass das Grosse entstehe: ihr Mittel ist,zu sagen „seht, das Grosse ist schon da!“ In Wahrheitgeht sie dieses Grosse, das schon da ist, so wenig an, wie das,welches entsteht: davon legt ihr Leben Zeugniss ab. Diemonumentalische Historie ist das Maskenkleid, in dem sichihr Hass gegen die Mächtigen und Grossen ihrer Zeit fürgesättigte Bewunderung der Mächtigen und Grossen ver-gangener Zeiten ausgiebt, in welchem verkappt sie deneigentlichen Sinn jener historischen Betrachtungsart in denentgegengesetzten umkehren; ob sie es deutlich wissenoder nicht, sie handeln jedenfalls so, als ob ihr Wahlspruchwäre: lasst die Todten die Lebendigen begraben.
Jede der drei Arten von Historie, die es giebt, ist nurgerade auf Einem Boden und unter Einem Klima in ihremRechte: auf jedem anderen wächst sie zum verwüstendenUnkraut heran. Wenn der Mensch, der Grosses schaffenwill, überhaupt die Vergangenheit braucht, so bemächtigter sich ihrer vermittelst der monumentalischen Historie;wer dagegen im Gewohnten und Altverehrten beharrenmag, pflegt das Vergangne als antiquarischer Historiker;und nur der, dem eine gegenwärtige Noth die Brust be-klemmt, und der um jeden Preis die Last von sich abwerfenwill, hat ein Bedürfniss zur kritischen, das heisst richten-den und verurtheilenden Historie. Von dem gedankenlosenVerpflanzen der Gewächse rührt manches Unheil her: der•Kritiker ohne Noth, der Antiquar ohne Pietät, der Kennerdes Grossen ohne das Können des Grossen sind solchezum Unkraut aufgeschossene, ihrem natürlichen Mutter-boden entfremdete und deshalb entartete Gewächse.