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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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dieselben Antriebe entnommen werden können wie ausder andern. Regiert also die monumentalische Be-trachtung des Vergangnen über die andern Betrach-tungsarten, ich meine über die antiquarische und kritische,so leidet die Vergangenheit selbst Schaden: ganzegrosse Theile derselben werden vergessen, verachtet undfliessen fort wie eine graue ununterbrochene Fluth, undnur einzelne geschmückte Facta heben sich als Inselnheraus: an den seltenen Personen, die überhaupt sichtbarwerden, fällt etwas Unnatürliches und Wunderbares indie Augen, gleichsam die goldene Hüfte, welche dieSchüler des Pythagoras an ihrem Meister erkennenwollten. Die monumentale Historie täuscht durch Ana-logien: sie reizt mit verführerischen Ähnlichkeiten denMuthigen zur Verwegenheit, den Begeisterten zum Fana-tismus; und denkt man sich gar diese Historie in denHänden und Köpfen der begabten Egoisten und derschwärmerischen Bösewichter, so werden Reiche zerstört,Fürsten ermordet, Kriege und Revolutionen angestiftetund die Zahl der geschichtlichenEffecte an sich, dasheisst der Wirkungen ohne zureichende Ursachen, vonNeuem vermehrt. Soviel zur Erinnerung an die Schäden,die die monumentale Historie unter den Mächtigenund Thätigen, seien sie nun gut oder böse, anrichtenkann: was wirkt sie aber erst, wenn sich ihrer die Ohn-mächtigen und Unthätigen bemächtigen und bedienen!

Nehmen wir das einfachste und häufigste Beispiel.Man denke sich die unkünstlerischen und schwachkünst-lerischen Naturen durch die monumentalische Künstler-historie geharnischt und bewehrt: gegen wen werden siejetzt ihre Waffen richten! Gegen ihre Erbfeinde, diestarken Kunstgeister, also gegen die, welche allein ausjener Historie wahrhaft, das heisst zum Leben hin zu