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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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Wissenden, machtlos geworden: vielleicht noch nicht fürihn, den Lebenden.

Die Geschichte als reine Wissenschaft gedacht undsouverän geworden, wäre eine Art von Lebens-Abschlussund Abrechnung für die Menschheit. Die historischeBildung ist vielmehr nur im Gefolge einer mächtigenneuen Lebensströmung, einer werdenden Cultur zumBeispiel, etwas Heilsames und Zukunft-Verheissendes,also nur dann, wenn sie von einer höheren Kraft be-herrscht und geführt wird und nicht selber herrscht undführt.

Die Historie, sofern sie im Dienste des Lebens steht,steht im Dienste einer unhistorischen Macht und wirddeshalb nie, in dieser Unterordnung, reine Wissenschaft,etwa wie die Mathematik es ist, werden können undsollen. Die Frage aber, bis zu welchem Grade das-Lebenden Dienst der Historie überhaupt brauche, ist eine derhöchsten Fragen und Sorgen in Betreff der Gesundheiteines Menschen, eines Volkes, einer Cultur. Denn beieinem gewissen Übermaass derselben zerbröckelt undentartet das Leben, und zuletzt auch wieder, durch dieseEntartung, selbst die Historie.

2.

Dass das Leben aber den Dienst der Historie brauche,muss eben so deutlich begriffen werden als der Satz, derspäter zu beweisen sein wird dass ein Übermaass derHistorie dem Lebendigen schade. In dreierlei Hinsichtgehört die Historie dem Lebendigen: sie gehört ihm alsdem Thätigen und Strebenden, ihm als dem Bewahrendenund Verehrenden, ihm als dem Leidenden und der Be-freiung Bedürftigen. Dieser Dreiheit von Beziehungen