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„Nichts lebt, das würdig
„Wär’ deiner Regungen, und keinen Seufzer verdient
die Erde.
„Schmerz und Langeweile ist unser Sein und Koth
die Welt — nichts Andres.
„Beruhige dich.“
Doch lassen wir den überhistorischen Menschen ihrenEkel und ihre Weisheit: heute wollen wir vielmehr einmalunsrer Unweisheit von Herzen froh werden und uns alsden Thätigen und Fortschreitenden, als den Verehrerndes Prozesses, einen guten Tag machen. Mag unsreSchätzung des Historischen nur ein occidentalisches Vor-urtheil sein; wenn wir nur wenigstens innerhalb dieserVorurtheile fortschreiten und nicht stillestehn! Wenn wirnur dies gerade immer besser lernen, Historie zum Zweckedes Lebens zu treiben! Dann wollen wir den Über-historischen gerne zugestehn, dass sie mehr Weisheitbesitzen als wir; falls wir nämlich nur sicher sein dürfen,mehr Leben als sie zu besitzen: denn so wird jedenfallsunsre Unweisheit mehr Zukunft haben als ihre Weisheit.Und damit gar kein Zweifel über den Sinn dieses Gegen-satzes von Leben und Weisheit bestehen bleibe, will ichmir durch ein von Alters her wohlbewährtes Verfahrenzu Hülfe kommen und gerades Wegs einige Thesen auf-stellen.
Ein historisches Phänomen, rein und vollständig er-kannt und in ein Erkenntnissphänomen aufgelöst, ist fürden, der es erkannt hat, todt: denn er hat in ihm denWahn, die Ungerechtigkeit, die blinde Leidenschaft undüberhaupt den ganzen irdisch umdunkelten Horizont jenesPhänomens und zugleich eben darin seine geschichtlicheMacht erkannt. Diese Macht ist jetzt für ihn, den