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schichte nicht im Dienste der reinen Erkenntniss, sonderndes Lebens steht.
Aber jene Frage, deren erste Beantwortung wir ge-hört haben, kann auch einmal anders beantwortet werden.Zwar wiederum mit einem Nein! aber mit einem andersbegründeten Nein. Mit dem Nein des überhistorischenMenschen, der nicht im Prozesse das Heil sieht, für denvielmehr die Welt in jedem einzelnen Augenblicke fertigist und ihr Ende erreicht. Was könnten zehn neue Jahrelehren, was die vergangenen zehn nicht zu lehren ver-mochten!
Ob nun der Sinn der Lehre Glück oder Resignationoder Tugend oder Busse ist, darin sind die überhistori-schen Menschen mit einander nie einig gewesen; aber,allen historischen Betrachtungsarten des Vergangnen ent-gegen, kommen sie zur vollen Einmüthigkeit des Satzes:das Vergangne und das Gegenwärtige ist Eins und das-selbe, nämlich in aller Mannichfaltigkeit typisch gleichund als Allgegenwart unvergänglicher Typen ein still-stehendes Gebilde von unverändertem Werthe und ewiggleicher Bedeutung. Wie die Hunderte verschiednerSprachen denselben typisch festen Bedürfnissen der Men-schen entsprechen, so dass Einer, der diese Bedürfnisseverstände, aus allen Sprachen nichts Neues zu lernen ver-möchte: so erleuchtet sich der überhistorische Denkeralle Geschichte der Völker und der Einzelnen von innenheraus, hellseherisch den Ursinn der verschiedenen Hiero-glyphen errathend und allmählich sogar der immer neuhinzuströmenden Zeichenschrift ermüdet ausweichend: dennwie sollte er es im unendlichen Überflüsse des Geschehen-den nicht zur Sättigung, zur Übersättigung, ja zum Ekelbringen! — so dass der Verwegenste zuletzt vielleicht bereitist, mit Giacomo Leopardi zu seinem Herzen zu sagen: