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Geschehens, jene Blindheit und Ungerechtigkeit in derSeele des Handelnden, erkannt hätte; er wäre selbst da-von geheilt, die Historie von nun an noch übermässigernst zu nehmen: hätte er doch gelernt, an jedem Men-schen, an jedem Erlebniss, unter Griechen oder Türken,aus einer Stunde des ersten oder des neunzehnten Jahr-hunderts, die Frage sich zu beantworten, wie und wozugelebt werde. Wer seine Bekannten fragt, ob sie dieletzten zehn oder zwanzig Jahre noch einmal zu durch-leben wünschten, wird leicht wahrnehmen, wer von ihnenfür jenen überhistorischen Standpunkt vorgebildet ist:zwar werden sie wohl Alle Nein! antworten, aber siewerden jenes Nein! verschieden begründen. Die Einenvielleicht damit, dass sie sich getrösten „aber die nächstenzwanzig werden besser sein“; es sind die, von denenDavid Hume spöttisch sagt:
And from the dregs of life hope to receive,
What the first sprightly running could not give.
Wir wollen sie die historischen Menschen nennen; derBlick in die Vergangenheit drängt sie zur Zukunft hin,feuert ihren Muth an, es noch länger mit dem Lebenaufzunehmen, entzündet die Hoffnung, dass das Rechtenoch komme, dass das Glück hinter dem Berge sitze, aufden sie zuschreiten. Diese historischen Menschen glauben,dass der Sinn des Daseins im Verlaufe seines Prozessesimmer mehr an’s Licht kommen werde, sie schauen nurdeshalb rückwärts, um an der Betrachtung des bisherigenProzesses die Gegenwart zu verstehen und die Zukunftheftiger begehren zu lernen; sie wissen gar nicht, wieunhistorisch sie trotz aller ihrer Historie denken undhandeln, und wie auch ihre Beschäftigung mit der Ge-
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