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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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treiben und eine Schätzung derselben, bei der das Lebenverkümmert und entartet: ein Phänomen, welches anmerkwürdigen Symptomen unserer Zeit sich zur Er-fahrung zu bringen jetzt eben so nothwendig ist, als esschmerzlich sein mag.

Ich habe mich bestrebt eine Empfindung zu schildern,die mich oft genug gequält hat; ich räche mich an ihr,indem ich sie der Öffentlichkeit preisgebe. Vielleichtwird irgend Jemand durch eine solche Schilderung ver-anlasst, mir zu erklären, dass er diese Empfindung zwarauch kenne, aber dass ich sie nicht rein und ursprünglichgenug empfunden und durchaus nicht mit der gebühren-den Sicherheit und Reife der Erfahrung ausgesprochenhabe. So vielleicht der Eine oder der Andre; dieMeisten aber werden mir sagen, dass es eine ganz ver-kehrte, unnatürliche, abscheuliche und schlechterdingsunerlaubte Empfindung sei, ja dass ich mich mit der-selben der so mächtigen historischen Zeitrichtung un-würdig gezeigt habe, wie sie bekanntlich seit zweiMenschenaltern unter den Deutschen namentlich zu be-merken ist. Nun wird jedenfalls dadurch, dass ich michmit der Naturbeschreibung meiner Empfindung hervor-wage, die allgemeine Wohlanständigkeit eher gefördertals beschädigt, dadurch dass ich Vielen Gelegenheit gebe,einer solchen Zeitrichtung, wie der eben erwähnten,Artigkeiten zu sagen. Für mich aber gewinne ich etwas,das mir noch mehr werth ist als die Wohlanständigkeit öffentlich über unsere Zeit belehrt und zurecht ge-wiesen zu werden.

Unzeitgemäss ist auch diese Betrachtung, weil ichetwas, worauf die Zeit mit Recht stolz ist, ihre historischeBildung, hier einmal als Schaden, Gebreste und Mangelder Zeit zu verstehen versuche, weil ich sogar glaube,