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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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dass wir Alle an einem verzehrenden historischen Fieberleiden und mindestens erkennen sollten, dass wir daranleiden. Wenn aber Goethe mit gutem Rechte gesagthat, dass wir mit unsren Tugenden zugleich auch unsereFehler anbauen, und wenn, wie Jedermann weiss, einehypertrophische Tugend wie sie mir der historischeSinn unsrer Zeit zu sein scheint so gut zum Ver-derben eines Volkes werden kann wie ein hypertro-phisches Laster: so mag man mich nur einmal gewährenlassen. Auch soll zu meiner Entlastung nicht verschwie-gen werden, dass ich die Erfahrungen, die mir jene quä-lenden Empfindungen erregten, meistens aus mir selbstund nur zur Vergleichung aus Anderen entnommen habe,und dass ich nur, sofern ich Zögling älterer Zeiten, zumalder griechischen bin, über mich als ein Kind dieserjetzigen Zeit zu so unzeitgemässen Erfahrungen komme.So viel muss ich mir aber selbst von Berufs wegen alsclassischer Philologe zugestehen dürfen: denn ich wüsstenicht, was die classische Philologie in unserer Zeit füreinen Sinn hätte, wenn nicht den, in ihr unzeitgemässdas heisst gegen die Zeit und dadurch auf die Zeit undhoffentlich zu Gunsten einer kommenden Zeit zuwirken.