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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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war zugleich der Untergang des Mythus. Bis dahinwaren die Griechen unwillkürlich genöthigt, alles Er-lebte sofort an ihre Mythen anzuknüpfen, ja es nurdurch diese Anknüpfung zu begreifen: wodurch auch dienächste Gegenwart ihnen sofort sub specie aeterni undin gewissem Sinne als zeitlos erscheinen musste. Indiesen Strom des Zeitlosen aber tauchte sich eben so derStaat wie die Kunst, um in ihm vor der Last und derGier des Augenblicks Ruhe zu finden. Und gerade nurso viel ist ein Volk wie übrigens auch ein Menschwerth, als es auf seine Erlebnisse den Stempel desEwigen zu drücken vermag: denn damit ist es gleich-sam entweltlicht und zeigt seine unbewusste innerlicheÜberzeugung von der Relativität der Zeit und von derwahren, d. h. der metaphysischen Bedeutung des Lebens.Das Gegentheil davon tritt ein, wenn ein Volk anfängt,sich historisch zu begreifen und die mythischen Bollwerkeum sich herum zu zertrümmern: womit gewöhnlich eineentschiedene Verweltlichung, ein Bruch mit der unbe-wussten Metaphysik seines früheren Daseins, in allenethischen Consequenzen, verbunden ist. Die griechischeKunst und vornehmlich die griechische Tragödie hieltvor Allem die Vernichtung des Mythus auf: man musstesie mit vernichten, um, losgelöst von dem heimischenBoden, ungezügelt in der Wildniss des Gedankens, derSitte und der That leben zu können. Auch jetzt nochversucht jener metaphysische Trieb, sich eine, wenngleichabgeschwächte Form der Verklärung zu schaffen, in demzum Leben drängenden Sokratismus der Wissenschaft:aber auf den niederen Stufen führte derselbe Trieb nurzu einem fieberhaften Suchen, das sich allmählich in einPandämonium überallher zusammengehäufter Mythen undSuperstitionen verlor: in dessen Mitte der Hellene den-

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