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Alten gewesen sein, dass das höchste Pathetische auchnur ästhetisches Spiel bei ihnen gewesen wäre, da beiuns die Naturwahrheit mitwirken muss, um ein solchesWerk hervorzubringen?“ Diese so tiefsinnige letzte Fragedürfen wir jetzt, nach unseren herrlichen Erfahrungen,bejahen, nachdem wir gerade an der musikalischen Tra-gödie mit Staunen erlebt haben, wie wirklich das höchstePathetische doch nur ein ästhetisches Spiel sein kann:weshalb wir glauben dürfen, dass erst jetzt das Ur-phänomen des Tragischen mit einigem Erfolg zu be-schreiben ist. Wer jetzt noch nur von jenen stellver-tretenden Wirkungen aus ausserästhetischen Sphären zuerzählen hat und über den pathologisch - moralischenProcess sich nicht hinausgehoben fühlt, mag nur an seinerästhetischen Natur verzweifeln: wogegen wir ihm dieInterpretation Shakespeare’s nach der Manier des Gervinusund das fleissige Aufspüren der „poetischen Gerechtigkeit“als unschuldigen Ersatz anempfehlen.
So ist mit der Wiedergeburt der Tragödie auch derästhetische Zuhörer wieder geboren, an dessenStelle bisher in den Theaterräumen ein seltsames Quid-proquo, mit halb moralischen und halb gelehrten An-sprüchen, zu sitzen pflegte, der „Kritiker“. In seinerbisherigen Sphäre war Alles künstlich und nur miteinem Scheine des Lebens übertüncht. Der darstel-lende Künstler wusste in der That nicht mehr, was ermit einem solchen, kritisch sich gebärdenden Zuhörerzu beginnen habe und spähte daher, sammt dem ihninspirirenden Dramatiker oder Operncomponisten, unruhignach den letzten Resten des Lebens in diesem anspruchs-voll öden und zum Geniessen unfähigen Wesen. Ausderartigen „Kritikern“ bestand aber bisher das Publicum;der Student, der Schulknabe, ja selbst das harmloseste