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prometheischen Tugend: womit zugleich der ethischeUntergrund der pessimistischen Tragödie gefunden ist,als die Rechtfertigung des menschlichen Übels, undzwar sowohl der menschlichen Schuld als des dadurchverwirkten Leidens. Das Unheil im Wesen der Dinge— das der beschauliche Arier nicht geneigt ist weg-zudeuteln —, der Widerspruch im Herzen der Weltoffenbart sich ihm als ein Durcheinander verschiedenerWelten, z. B. einer göttlichen und einer menschlichen, vondenen jede als Individuum im Recht ist, aber als einzelneneben einer andern für ihre Individuation zu leiden hat.Bei dem heroischen Drange des Einzelnen in’s Allge-meine, bei dem Versuche, über den Bann der Individua-tion hinauszuschreiten und das eine Weltwesen se lbstsein zu wollen, erleidet er an sich den in den Dingenverborgenen Urwiderspruch d. h. er frevelt und leidet.So wird von den Ariern der Frevel als Mann, von denSemiten die Sünde als Weib verstanden, so wie auch der.Urfrevel vom Manne, die Ursünde vom Weibe begangenwird. Übrigens sagt der Hexenchor:
„Wir nehmen das nicht so genau:
Mit tausend Schritten macht’s die Frau;
Doch wie sie auch sich eilen kann,
Mit einem Sprunge macht’s der Mann.“
Wer jenen innersten Kern der Prometheussage ver-steht — nämlich die dem titanisch strebenden Individuumgebotene Nothwendigkeit des Frevels — der muss auchzugleich das Unapollinische dieser pessimistischen Vor-stellung empfinden; denn Apollo will die Einzelwesengerade dadurch zur Ruhe bringen, dass er Grenzlinienzwischen ihnen zieht und dass er immer wieder an dieseals an die heiligsten Weltgesetze mit seinen Forderungender Selbsterkenntiss und des Maasses erinnert. Damit