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widriger Greuel sei, dass der, welcher durch sein Wissendie Natur in den Abgrund der Vernichtung stürzt, auchan sich selbst die Auflösung der Natur zu erfahrenhabe. „Die Spitze der Weisheit kehrt sich gegen denWeisen: Weisheit ist ein Verbrechen an der Natur ' 1solche schreckliche ,Sätze rult uns .der Mythus zu: derhellenische Dichter aber berührt wie ein Sonnenstrahl dieerhabene und furchtbare Memnonssäule des Mythus, sodass er plötzlich zu tönen beginnt — in sophokleischenMelodieen!
Der Glorie der Passivität stelle ich jetzt die Glorieder Aciivität gegenüber, welche den Prometheus desÄschylus umleuchtet. Was uns hier der Denker Aschyluszu sagen hatte, was er aber als Dichter durch seingleichnissartiges Bild uns nur ahnen lässt, das hat unsder jugendliche Goethe in den verwegenen Worten seinesPrometheus zu enthüllen gewusst:
„Hier sitz’ ich, forme MenschenNach meinem Bilde,
Ein Geschlecht, das mir'gleich sei,
Zu leiden, zu weinen,
Zu gemessen und zu freuen sich,
Und dein nicht zu achten,
Wie ich! “
Der Mensch, in’s Titanische sich steigernd, erkämpft sichJ selbst seine Cultur und zwingt die Götter sich mit ihmzu verbinden, weil er in seiner selbsteignen Weisheit dieExistenz und die Schranken derselben in seiner Handhat. Das Wunderbarste an jenem Prometheusgedicht,das seinem Grundgedanken nach der eigentliche Hymnusder Unfrömmigkeit ist, ist aber der tiefe äschyleischeZug nach Gerechtigkeit: das unermessliche Leid deskühnen „Einzelnen“ auf der einen Seite, und die göttliche
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