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Hochachtung- vor der sittlichen Intelligenz der Masse,noch aus dem Begriff des schauspiellosen Zuschauers zuerklären sei, und halten dies Problem für zu tief, um vonso flachen Betrachtungsarten auch nur berührt zu werden.
Eine unendlich werthvollere Einsicht über die Be-deutung des Chors hatte bereits Schiller in der berühmtenVorrede zur Braut von Messina verrathen, der den Chorals eine lebendige Mauer betrachtete, die die Tragödieum sich herum zieht, um sich von der wirklichen Weltrein abzuschliessen und sich ihren idealen Boden undihre poetische Freiheit zu bewahren.
Schiller kämpft mit dieser seiner Hauptwaffe gegenden gemeinen Begriff des Natürlichen, gegen die beider dramatischen Poesie gemeinhin geheischte Illusion.Während der Tag selbst auf dem Theater nur ein künst-licher, die Architektur nur eine symbolische sei, und diemetrische Sprache einen idealen Charakter trage, herrscheimmer noch der Irrthum im Ganzen: es sei nicht genug,dass man das nur als eine poetische Freiheit dulde, wasdoch das Wesen aller Poesie sei. Die Einführung desChores sei der entscheidende Schritt, mit dem jedemNaturalismus in der Kunst offen und ehrlich der Kriegerklärt werde. —• Eine solche Betrachtungsart ist es,scheint mir, für die unser sich überlegen wähnendes Zeit-alter das wegwerfende Schlagwort „Pseudoidealismus"gebraucht. Ich fürchte, wir sind dagegen mit unsererjetzigen Verehrung des Natürlichen und Wirklichen amGegenpol alles Idealismus angelangt, nämlich in derRegion der Wachsfiguren cabin ette. Auch in ihnen giebtes eine Kunst, wie bei gewissen beliebten Romanen derGegenwart: nur quäle man uns nicht mit dem Anspruch,dass mit dieser Kunst der Schiller-Goethe’sche „Pseudo-idealismus“ überwunden sei.