Rhapsoden der apollinischen Feste im Zeitalter des Ter-pander gethan.
In der Dichtung des Volksliedes sehen wir also dieSprache auf das Stärkste angespannt, die Musik nach-zuahmen: deshalb beginnt mit Archilochus eine neueWelt der Poesie, die der homerischen in ihrem tiefstenGrunde widerspricht. Hiermit haben wir das einzigmögliche Verhältniss zwischen Poesie und Musik, Wortund Ton bezeichnet: das Wort, das Bild, der Begriffsucht einen der Musik analogen Ausdruck und erleidetjetzt die Gewalt der Musik an sich. In diesem Sinnedürfen wir in der Sprachgeschichte des griechischenVolkes zwei Hauptströmungen unterscheiden, jenachdemdie Sprache die Erscheinungs- und Bilderwelt oder dieMusikwelt nachahmte. Man denke nur einmal tieferüber die sprachliche Differenz der Farbe, des syntak-tischen Bau’s, des Wortmaterial’s bei Homer und Pindarnach, um die Bedeutung dieses Gegensatzes zu begreifen;ja es wird Einem dabei handgreiflich deutlich, dasszwischen Homer und Pindar die orgiastischen Flöten-weisen des Olympus erklungen sein müssen, die nochim Zeitalter des Aristoteles, inmitten einer unendlichentwickelteren Musik, zu trunkner Begeisterung hinrissenund gewiss in ihrer ursprünglichen Wirkung alle dichte-rischen Ausdrucksmittel der gleichzeitigen Menschen zurNachahmung aufgereizt haben. Ich erinnere hier an einbekanntes, unserer Ästhetik nur anstössig dünkendesPhänomen unserer Tage. Wir erleben es immer wieder,wie eine Beethoven’sche Symphonie die einzelnen Zu-hörer zu einer Bilderrede nöthigt, sei es auch, dass eineZusammenstellung der verschiedenen, durch ein Tonstückerzeugten Bilderwelten sich recht phantastisch bunt, jawidersprechend ausnimmt: an solchen Zusammenstellungen