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lockt uns dem Wollen die nächste schöne Umgebung,in welcher sich die reine willenslose Erkenntniss uns- darbietet. Darum geht im Liede und der lyrischens Stimmung das Wollen (das persönliche Interesse derZwecke) und das reine Anschauen der sich darbietendenUmgebung wundersam gemischt durch einander: eswerden Beziehungen zwischen beiden gesucht und imagi-nirt; die subjective Stimmung, die Affection des Willens,theilt der angeschauten Umgebung und diese wiederumjener ihre Farbe im Reflex mit: von diesem ganzen sogemischten und getheilten Gemüthszustande ist das ächteLied der Abdruck“.
Wer vermöchte in dieser Schilderung zu verkennen,dass hier die Lyrik als eine unvollkommen erreichte, gleich-sam im Sprunge und selten zum Ziele kommende Kunstcharakterisirt wird, ja als eine Halbkunst, deren Wesendarin bestehen solle, dass das Wollen und das reineAnschauen, d. h. der unästhetische und der ästhetischeZustand wundersam durcheinander gemischt seien? Wirbehaupten vielmehr, dass der ganze Gegensatz, nach demwie nach einem Werthmesser auch noch Schopenhauerdie Künste eintheilt, der des Subjectiven und des Objec-tiven, überhaupt in der Ästhetik ungehörig ist, da dasSubject, das wollende und seine egoistischen Zweckefördernde Individuum nur als Gegner, nicht als Ursprungder Kunst gedacht werden kann. Insofern aber dasSubject Künstler ist, ist es bereits von seinem individuellenWillen erlöst und gleichsam Medium geworden, durchdas hindurch das eine wahrhaft seiende Subject seine Er-lösung im Scheine feiert. Denn dies muss uns vor allem,zu unserer Erniedrigung und Erhöhung, deutlich sein,dass die ganze Kunstkomödie durchaus nicht für uns,etwa unsrer Besserung und Bildung wegen, aufgeführt