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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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selbst. Fast überall lag das Centrum dieser Feste ineiner überschwänglichen geschlechtlichen Zuchtlosigkeit,deren Wellen über. jedes Familienthum und dessen ehr-würdige Satzungen hinweg flutheten; gerade die wildestenBestien der Natur wurden hier entfesselt, bis zu jenerabscheulichen Mischung von AVollust und Grausamkeit,ctie mir immer als der eigentlicheHexentrank erschienenist. Gegen die fieberhaften Regungen jener Feste, derenKenntniss auf allen Land- und Seewegen zu den Griechendrang, waren sie, scheint es, eine Zeit lang völlig ge-sichert und geschützt durch die hier in seinem ganzenStolz sich aufrichtende Gestalt des Apollo, der das Me-dusenhaupt keiner gefährlicheren Macht entgegenhaltenkonnte als dieser fratzenhaft ungeschlachten dionysischen.Es ist die dorische Kunst, in der sich jene majestätisch-ablehnende Haltung des Apollo verewigt hat. Bedenk-licher und sogar unmöglich wurde dieser Widerstand, alsendlich aus der tiefsten Wurzel des Hellenischen heraussich ähnliche Triebe Bahn brachen: jetzt beschränkte sichdas Wirken des delphischen Gottes darauf, dem gewaltigenGegner durch eine zur rechten Zeit abgeschlossene Ver-söhnung/ die vernichtenden Waffen aus der Hand zunehmen/ Diese /Versöhnung^ ist der wichtigste Momentin der Geschichte des griechischen Cultus: wohin manblickt, sind die Umwälzungen dieses Ereignisses sichtbar.Es war die Versöhnung zweier Gegner, mit/scharfer Be-

stimmung ihrer von jetzt ab einzühaEenden Grenzlinienund mit periodischer Übersendung von Ehrengeschenken;im Grunde war die Kluft nicht überbrückt. Sehen wiraber, wie sich unter dem Drucke jenes Friedensschlussesdie dionysische Macht offenbarte, so erkennen wir jetzt,im Vergleiche mit jenen babylonischen Sakäen und ihremRückschritte des Menschen zum Tiger und Affen, in den