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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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Befangenen seinen erhabensten Ausdruck bekommenhabe, und man möchte selbst Apollo als das herrlicheGötterbild des principii i?idividuationis bezeichnen, ausdessen Gebärden und Blicken die ganze Lust und WeisheitdesScheines, sammt seiner Schönheit, zu uns spräche.

An derselben Stelle hat uns Schopenhauer das un-geheure Grausen geschildert, welches den Menschenergreift, wenn er pl ötzli ch an den Erkenntnissformen derErsc heinung i rre wird, indem der Satz vom Grunde, inirgend einer seiner Gestaltungen, eine Ausnahme zu er-leiden scheint. Wenn wir zu diesem Grausen die wonne-volle Verzückung hinzunehmen, die bei demselben Zer-brechen des principii individuationis aus dem innerstenGrunde des Menschen, ja der Natur, emporsteigt, so thunwir einen Blick in das Wesen des D i o nys is c hen, das,uns am nächsten noch durch die Analogie des Rauschesgebracht wird. Entweder durch den Einfluss des narko-tischen Getränkes, von dem alle ursprünglichen Menschenund Völker in Hymnen sprechen, oder bei dem gewal-tigen, die ganze Natur lustvoll durchdringenden Nahendes Frühlings erwachen jene dionysischen Regungen, inderen Steigerung das Subjective zu völliger Selbstv.er--gessenheit hinschwindet. Auch im deutschen Mittelalterwälzten sich unter der gleichen dionysischen Gewalt immerwachsende Schaaren, singend und tanzend, von Ort zuOrt: in diesen Sanct-Johann- und Sanct-Veittänzern er-kennen wir die bacchischen Chöre der Griechen wieder,mit ihrer Vorgeschichte in Kleinasien, bis hin zu Babylonund 'den orgiastischen Sakäen. Es giebt Menschen, die,aus Mangel an Erfahrung oder aus Stumpfsinn, sich vonsolchen Erscheinungen wie vonVolkskrankheiten, spöt-tisch oder bedauernd im Gefühl der eigenen Gesundheitabwenden: die Armen ahnen freilich nicht, wie leichen-