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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
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für so eigne Anschauungen und Wagnisse auch eineeigne Sprache zu erlauben, dass ich mühselig mitSchopenhauerischen und Kantischen Formeln fremde undneue Werthschätzungen auszudrücken suchte, welche demGeiste Kantens und Schopenhauers, ebenso wie ihremGeschmacke, von Grund aus entgegen giengen! Wiedachte doch Schopenhauer über die Tragödie?Wasallem Tragischen den eigenthümlichen Schwung zur Er-hebung giebt sagt er, Welt als AVille und VorstellungII, 495 ist das Aufgehen der Erkenntniss, dass dieWelt, das Leben kein rechtes Genügen geben könne,mithin unsrer Anhänglichkeit nicht werth sei: darinbesteht der tragische Geist, er leitet demnach zurResignation hin. Oh wie anders redete Dionysos zumir! Oh wie ferne war mir damals gerade dieser ganzeResignationismus! A^er es giebt etwas viel Schlimmeresan dem Buche, das ich jetzt noch mehr bedauere, als mitSchopenhauerischen Formeln dionysische Ahnungen ver-dunkelt und verdorben zu haben: dass ich mir nämlichüberhaupt das grandiose griechische Problem, wiemir es aufgegangen war, durch Einmischung der modern-sten Dinge verdarb! Dass ich Hoffnungen anknüpfte,wo Nichts zu hoffen war, wo Alles allzudeutlich auf einEnde hinwies! Dass ich, auf Grund der deutschen letztenMusik, vomdeutschen Wesen zu fabeln begann, wie alsob es eben im Begriff sei, sich selbst zu entdecken undwiederzufinden- und das zu einer Zeit, wo der deutscheGeist, der nicht vor Langem noch den Willen zur Herr-schaft über Europa, die Kraft zur Führung Europasgehabt hatte, eben letztwillig und endgültig abdankteund, unter dem pomphaften Vorwände einer Reichs-Be-gründung, seinen Übergang zur Vermittelmässigung, zurDemokratie und denmodernen Ideen machte! In der That,