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die Welt der Erscheinung zu setzen, herabzusetzen undnicht nur unter die „Erscheinungen“ (im Sinne des idea-listischen terminus technicus), sondern unter die „Täu-schungen“, als Schein, Wahn, Irrthum, Ausdeutung, Zu-rechtmachung, Kunst. Vielleicht lässt sich die Tiefe dieseswidermoralischen Hanges am besten aus dem behut-samen und feindseligen Schweigen ermessen, mit dem indem ganzen Buche das (Ehri stenthum N 'behandelt ist, — dasChristenthum als die ausschweifendste Durchfigurirungdes moralischen Thema’s, welche die Menschheit bisheranzuhören bekommen hat. In Wahrheit, es giebt zu derrein ästhetischen Weltauslegung und Welt-Rechtfertigung,wie sie in diesem Buche gelehrt wird, keinen grösserenGegensatz als die christliche Lehre, welche nur moralischist und sein will und mit ihren absoluten Maassen, zumBeispiel schon mit ihrer Wahrhaftigkeit Gottes, die Kunst,jede Kunst in’s Reich der Lüge verweist, — das heisstverneint, verdammt, verurtheilt. Hinter einer derartigenDenk- und Werthungsweise, welche kunstfeindlich seinmuss, so lange sie irgendwie ächt ist, empfand ich vonjeher auch das Lebensfeindliche, den ingrimmigenrachsüchtigen Widerwillen gegen das Leben selbt: dennalles Leben ruht auf Schein, Kunst, Täuschung, Optik,Nothwendigkeit des Perspektivischen und des Irrthums.Christenthum war von Anfang an, wesentlich und gründ-lich, Ekel und Überdru ss des Lebens am Leben, welchersich unter dem Glauben an ein „anderes“ oder „besseres“Leben nur verkleidete, nur versteckte, nur aufputzte.Der Hass auf die „Welt“, der Fluch auf die Affekte, dieFurcht vor der Schönheit und Sinnlichkeit, ein Jenseits,erfunden, um das Diesseits besser zu verleumden, imGrunde ein Verlangen in’s Nichts, an’s Ende, in’s Aus-ruhen, hin zum „Sabbat der Sabbate“ — dies Alles dünkte