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1 : Abth. 1 (1899) Unzeitgemässe Betrachtungen : erstes bis viertes Stück. - 4./5. Tsd. Die Geburt der Tragödie
Entstehung
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gangs, der überspäten Cultur? Giebt es vielleicht eineFrage für Irrenärzte Neurosen der Gesundheit?der Volks-Jugend und -Jugendlichkeit? Worauf weistjene Synthesis von Gott und Bock im Satyr? Auswelchem Selbsterlebniss, auf welchen Drang hin musstesich der Grieche den dionysischen Schwärmer und Ur-menschen als Satyr denken? Und was den Ursprung destragischen Chors betrifft: gab es in jenen Jahrhunderten,wo der griechische Leib blühte, die griechische Seelevon Leben überschäumte, vielleicht endemische Ent-zückungen? Visionen und Hallucinationen, welche sichganzen Gemeinden, ganzen Cultversammlungen mittheil-ten? Wie? wenn die Griechen, gerade im Reichthumihrer Jugend, den Willen zum Tragischen hatten undPessimisten waren? wenn es gerade der Wahnsinn war,um ein Wort Platos zu gebrauchen, der die grösstenSegnungen über Hellas gebracht hat? Und wenn, anderer-seits und umgekehrt, die Griechen gerade in den Zeitenihrer Auflösung und Schwäche immer optimistischer,oberflächlicher, schauspielerischer, auch nach Logik undLogisirung der Welt brünstiger, also zugleichheitererundwissenschaftlicher wurden? Wie? könnte vielleicht,allenmodernen Ideen und Vorurtheilen des demokra-tischen Geschmacks zum Trotz, der Sieg des Optimis-mus, die vorherrschend gewordene Vernünftigkeit, derpraktische und theoretische Utilitarismus, gleich derDemokratie selbst, mit der er gleichzeitig ist, einSymptom der absinkenden Kraft, des nahenden Alters,der physiologischen Ermüdung sein? Und gerade nichtder Pessimismus? War Epikur ein Optimist geradeals Leidender? Man sieht, es ist ein ganzesBündel schwerer Fragen, mit dem sich dieses Buch be-lastet hat, fügen wir seine schwerste Frage noch