gehalten hätte, wäre der Verfasser mir nur etwas weniger be-kannt gewesen. Der Fanatismus verdirbt den Charakter, denGeschmack und zuletzt auch die Gesundheit: und wer diesendreien zugleich wieder von Grund aus auf helfen will, musssich auf eine langwierige Cur gefasst machen.
Nachdem ich soviel und dazu nicht das Erbaulichste vonmir gesagt habe — wie es die Sitte der Vorrede zwar nichtanräth, aber doch erlaubt —, darf ich wenigstens hoffen, damiterreicht zu haben, dass meine neuesten Gedanken, welche ichim vorliegenden Buche mittheile, nicht ohne Vorsicht ge-lesen werden.“
Auf dieses Heft folgen zwei umfangreiche, auch mit Bleistift,aber sehr sorgfältig und sehr klein geschriebene Notizbücher(N XXV und N XXIII), voll eingehender, meist moralischerStudien, die den Hauptstoff zur Morgenröthe und auch zu unseremNachtrag geliefert haben. Sie zeigen eine bedeutsame Weiterent-wicklung des Philosophen Nietzsche, die sich in „L’Ombra“erst ankündigt. In dieser Zeit hat Nietzsche seine Haupt-ansichten über die Moral concipirt. Nach einem kleinerenNotizbuch ähnlichen Charakters (N XXIV) folgen zwei (N XXV aund N XXVb), die erst vor kurzem in den Besitz des Archivsgelangt sind und die gleichfalls einen sehr bestimmten undeigenartigen Charakter tragen. Sie erinnern bereits an dieStimmung der fröhlichen Wissenschaft durch den sehr persön-lichen und poetischen Ton, der aus ihnen spricht, wodurch sievon den vorhergehenden, streng kritischen und sachlichen Auf-zeichnungen abstechen. Übrigens hat Nietzsche die Notiz-bücher XXIII, N XXIV und N XXV, obwohl sie vor Druck-legung der Morgenröthe abgefasst und für dies Buch haupt-sächlich verwendet sind, theihveise auch noch zur fröhlichenWissenschaft benutzt, ähnlich wie wir ihn bei der Herstellungdes ersten Nachtrages zum Menschlichen auf das vor der Ent-stehung des Hauptbuches liegende Material zurückgreifen sehen.Als Letztes finden wir ein Convolut von losen Notizbuchblättern(N XXVIII), die aus verschiedenen, verloren gegangenen Notiz-