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Aus der Zeit der Morgenröthe. (1880/81.)
Die Arbeiten zur Morgenröthe und damit auch das vonNietzsche nicht verwendete, erst von uns veröffentlichte Materialliegen in folgender Fassung vor. Das Erste sind zwei Notiz-bücher (N XXVI und N XXVII), fast durchweg mit Bleistiftund sehr flüchtig, meist wohl im Freien geschrieben. Das eine(N XXVI) reicht, wie einige Notizen beweisen, bis in dieBasler Zeit zurück; die philosophischen Niederschriften jedoch,die es enthält, sind (wie auch bei N XXVII) nur für dieMorgenröthe oder deren Vorstufe, nicht für die vorhergegangenenWerke verwendet. Als erste Vorstufe der Morgenröthe stellt
sich ein Aphorismenheft dar, das Nietzsche im Frühling 1880
nach diesen Notizbüchern Peter Gast dictirte; es trägt den Titel:„L’Ombra di Venezia“ (M XIII). Bei der Herstellung derMorgenröthe griff Nietzsche nicht mehr auf jene beiden Notiz-bücher, sondern nur noch auf diese Reinschrift zurück, die imWesentlichen den Stoff der Notizbücher, meist etwas verändert,enthält. Doch blieb uns in den Notizbüchern immer noch einegewisse Nachlese. Auch die Reinschrift L’Ombra hat Nietzschenur etwa zur Hälfte für die Morgenröthe verwendet. Der Restbildet einen beträchtlichen Theil des oben von uns abgedrucktenStoffes. Die Anordnung der Aphorismen in L’Ombra ist noch
ganz zufällig und ohne jede Disposition. Das Heft enthält
folgende Vorrede:
„ Vorrede.
Als ich jüngst den Versuch machte, meine älteren Schriften,die ich vergessen hatte, kennen zu lernen, erschrack ich über eingemeinsames Merkmal derselben: sie sprechen die Sprache desFanatismus. Fast überall, wo in ihnen die Rede auf Anders-denkende kommt, macht sich jene blutige Art zu lästern undjene Begeisterung in der Bosheit bemerklich, welche die Ab-zeichen des Fanatismus sind, — hässliche Abzeichen, umderentwegen ich diese Schriften zu Ende zu lesen nicht aus-