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Strebungen, die selbstzufriedene „Bildung“ und die „historischeKrankheit“. Man erinnert sich dabei an die Gedanken derbeiden ersten „Unzeitgemässen Betrachtungen“. Diese Gefahrenwerden durch die Gegenströmung, welche von Schopenhauerund Wagner ausgeht, scheinbar wett gemacht. In Wahrheit abersind diese beiden Männer selbst eine Gefahr für die Cultur.Ihre Wirkungen weisen in’s Religiöse, Mystische. Der Plan giebtkeine Andeutung darüber, ob das Buch bei diesen kritischenNegationen stehen bleiben oder eine positive Gegenaufstellungmachen sollte. — Gehören zu diesem Culturbuch die Titel,welche wir vorher angaben? „Der neue Umblick“ würde ganzgut passen, „der Wanderer an die Freunde“ weniger, die übrigengar nicht. Mit den Entwürfen „zur Vorrede“ u. s. w. stehtes ähnlich. Einiges fügt sich ausgezeichnet dem Gedanken-gange des Culturbuchs ein, zum Beispiel „Schopenhauer’sWirkungen“, „Keller, Burckhardt zu erwähnen etc.“. Andereswiderstrebt. So ist es kaum möglich, dass er von dem Buchesagen konnte, er hätte es überschreiben können: aus der Seeleder Künstler und Schriftsteller, da es eine Fortsetzung desV. Hauptstückes im „Menschlichen“ sei. Oder: es sei in derSchrift von nichts anderem als von einer „Stil-Differenz“ zwischenihm und seinen Freunden die Rede. Dieser Widerspruch istentweder so zu erklären, dass Nietzsche zwei oder noch mehrverschiedene Bücher plante, eines davon über die gegenwärtigeCultur, ein anderes wahrscheinlich über künstlerische Fragen. Oderder Buchplan ist ganz schwankend und hat bei dem Autor nochkeine feste Gestalt gewonnen. Jedenfalls fehlt uns die Möglich-keit ihn zu fixiren. — Noch ein fraglicher Punkt kommt hinzu,nämlich wie weit die persönliche Färbung des Buches gehensollte. Manches scheint auf ein autobiographisches Buch zu deuten.Dieses würde wiederum zu dem Culturplan keine directe Beziehunghaben und kann auch mit dem zweifelhaften Buch über Stilfragenkaum identisch sein. Höchstens dass in einer Vorrede persön-liche Bemerkungen über des Autors innere Wandlung in denletzten Jahren Platz gefunden hätten. Durchaus abzuweisenist der Gedanke, dass Nietzsche eine Schilderung seiner person-