402
Auf der gegenüberliegenden Seite stehen folgende Bemer-kungen, die kaum mit dem Plan Zusammenhängen können:
„Ich entfremdete mich der Kunst, Dichtung (lernte dasAlterthum missverstehen) und der Natur, verlor fast mein gutesTemperament. Dabei das schlechte Gewissen des Meta-physikers.
Bedeutung von Bayreuth für mich. Flucht. Kaltwasser-Bad. Die Kunst, die Natur, die Milde kommt wieder.“
Ferner die Worte: „Zweck der Mittheilung: Freunde,“ diesich möglicherweise auf den Plan beziehen.
Ausserdem sind einige Notizen in N XII mit dem Vermerk„Vorrede“ oder „zur Vorrede“ versehen. Andere weisen auchohne dies unzweideutig auf ein Buch hin, zu dessen Structursie gehören. Wir führen sie hier an:
„Vorrede. Dies Buch hätte ich überschreiben können:aus der Seele der Künstler und Schriftsteller; in der That istes eine Fortsetzung des fünften Hauptstückes, welches jenenTitel trägt.“
„Vorrede. Stellung des Weisen zur Kunst. Die Griechenfeiner als wir: der Weise der Mann des Geschmacks.
Nicht nur Hunger thut noth (vielmehr darf dieser nichtzu arg sein) („Liebe“ sagen die Schwärmer) sondern Geschmack.Ja Geschmack setzt schon Appetit voraus — sonst schmecktuns nichts. Kritik ist die Lust am Guten, mit der Ver-mehrung der Lust durch Erkenntniss des Missrathenen.Woher die zahllosen Kritiker, wenn nicht Vergnügen dabei?“[Vgl. Verm. Meinungen und Sprüche No. 170, 149.]
„Zur Vorrede. Alle ästhetischen Phänomene werdenallmählich (durch Metaphysik) unerklärlich, folglich unabschätz-bar, folglich unter einander unvergleichbar: vollständigeUnkritik die Folge und dadurch wieder Abnahme desGenusses und Überhandnahme des Geringen, Effectvollen,Täuschenden, Ehrgeizigen.“ [Vgl. Venn. Mein. No. 28.]