Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
386
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Es ist mein Fleiss und mein Müssiggang, meineÜberwindung und mein Nachhängen, meine Tapferkeitund mein Zittern, es ist mein Sonnenlicht und mein Blitzaus dunklem Wolkenhimmel, es ist meine Seele und auchmein Geist, mein schweres, ernstes, granitenes Ich, dasaber wieder zu sich sprechen kann:was liegt an mir!

605.

Wie die Italian er sich eine Musik an eignen, da-durch dass sie dieselbe in ihre Leidenschaft hineinziehen ja diese Musik wartet darauf, so persönlich interpretirtzu werden, und hat davon mehr als von aller Kunst derHarmonie so lese ich die Denker und ihre Melodiensinge ich nach: ich weiss, hinter allen den kalten Wortenbewegt sich eine begehrende Seele; ich höre sie singen,denn meine eigene Seele singt, wenn sie bewegt ist.

606.

Ich höre euren Sirenengesang, ihr Weisen! Ach,nichts bewegt mich so! Aber ich sage euch: ihr selberhabt ihn euch vorgesungen, ihr wäret wie ich! Ihr wäretdie Narren dieser schönen ParadieseGerechtigkeit,Mässigung: in Wahrheit sind es Utopien.

607.

Ich glaube, ich stelle mir die Freude der Weisheitund Gerechtigkeit zu hoch vor wie die Griechen. Ichbin bezaubert bei allem, was dorthin winkt wahr-