Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
351
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Die Ehe giebt verschiedenen Arten von Menschenzu verschiedenen Arten des moralischen Heroismus An-lass: ich weiss nicht, ob darin nicht ihr höchster Werthzu suchen ist. Die Einen würden auch mit der gelieb-testen Person keine Ehe eingehen, im Falle die Kircheihren Segen vorbehielte, und andere umgekehrt würdenauf die Ehe verzichten, wenn dieselbe von einer kirch-lichen Einsegnung abhängig gemacht würde. Wiederandere finden Gelegenheit zum Heroismus in dem Ge-danken, dass die einmal geschlossene Ehe unlösbar sei.Dagegen hatte die George Sand umgekehrt ihrestrengsten und sittlichsten Empfindungen in die Forderunggedrängt, dass die Ehe nur so lange Dauer haben dürfe,als die leibliche Vereinigung von Seiten beider Gatten mitdem Zustande einer seelischen Begeisterung für einanderverbunden ist.

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An unseren grössten Qualen und Sorgen anderetheilnehmen lassen, die dieselben nicht haben, sondernnur leiden machen ist das nicht grausam? Ist esnicht aus jenem Gefühle entsprungen, welches bei allemSchlimmen, was uns trifft, etwas leidend sehen will,eine feine Emanation der Rache? Und ist also nichtdie Ehe und die Freundschaft voller Gefahr, weil siesolche Grausamkeit der Übertragung von Leid fördert?Es ist schwer, ein Leid nicht mitzutheilen also solltenwir uns die Gelegenheit dazu nehmen und in der Einsam-keit leben.

508.

Niemals sich lieben lassen, sondern wo man nichtden Impuls der Gegenliebe fühlt, dann die Liebe des