Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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458 .

Wer die Krallen jener schönen Katzen erfahren hat,die um die grossen Künstler schwärmen, ist nicht mehrder Meinung, dass das Genie den Charakter seiner Um-gebung verbessere.

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Da ist ein grosser Künstler: aber er will grössererscheinen, als er ist. Und so sagt man bei jedem fünftenAugenblicke seiner Kunst: er ist anmaassend, er maasstsich etwas an, das Höheren zukommt, als er ist, er istan ihnen ein Räuber, und in Bezug auf sich selber ister nicht ehrlich ihm fehlt nicht die Grösse, aber dieNaivität, darum wird ihm so selten wohl: die Spannungist zu gross.

460.

Über die Genies müssen wir umlernen. Ich wüsstenicht, warum fruchtbare Menschen sich nicht still undanspruchslos benehmen sollten (Moltke), oder vielmehres ist gegen alle Fruchtbarkeit, seine Person so in dasGetümmel der Meinungen zu werfen und selber vollerBegehrungen zu sein, die uns unruhig, ungeduldigmachen und die Weihe der Schwangerschaft nehmen.Ich höre noch immer jedem Tacte an, was für Gebrechender Musiker hat: sein Mehr-bedeuten-wollen , sein Ab- -weisen der Regel, sein Unterstreichen dessen, was erbesser macht als andere, alle Kleinlichkeiten sind fort-während mit productiv, wenn erst der Genie-Unsinn in ]ihm wüthet. Dagegen Männer wie Moltke.