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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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Kein deutscher Künstler hat bisher genug Geist ge-habt, um seine Praxis zu erklären: die klügsten habennur verstanden, sie zu beschönigen, wie als ob sie einschlechtes Gewissen hätten: thatsächlich haben sie ihreWirkung verdorben, insofern sie ihre Beschränktheitin die Wagschale warfen; ihre Werke sanken dadurchetwas und übten Einfluss auf die geringeren Nachahmer.Begreift man nämlich die Tendenz einer Kunst alseine persönliche Verherrlichung oder Apologie oder Ver-steckspielerei, so greifen viele nach ihr, die es nöthighaben, ihre Natur zu verherrlichen oder zu verstecken.

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Es giebt nichts Alberneres als jemanden in dem zuverhöhnen, was die Tüchtigkeit seines Berufs, zum Beispielder Gelehrten, ausmacht: wie es die verwöhnten Kinder,die Künstler, sich erlauben.

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Damit ein Künstler oder Denker seine Art zurVollendung bringe, muss er wohl den Glauben haben,der eine Ungerechtigkeit und Beschränktheit gegen denGlauben anderer ist. Denn er muss mehr darin sehenund etwas Grösseres, als es ist: sonst wendet er seineganze Kraft nicht auf. Es wird durch die lange Reibungder Ausführung unendlich viel von dem Entzückendenabgerieben, das der erste Gedanke hat: darum muss dasEntzücken viel grösser sein, als billig ist sonst reichtsie nicht bis zu Ende.