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3- Musik.
a) Allgemeines.
461.
Die Musik hat keinen Klang für die Entzückungendes Geistes; will sie den Zustand von Faust und Hamletund Manfred wiedergeben, so lässt sie den Geist wegund malt Genrüthszustände, die höchst unangenehm sindohne Geist und gar nicht zum Ansehen taugen; sie ver-gröbert und malt die Missvergnügtheit und den Jammer,vielleicht mit musikalischem Geiste; aber wie schreck-lich ist diese Kunst, wenn sie ohne Auswahl das Häss-liche malt: welche Martern sind den Tönen zu eigen,den aufdringlichen Tönen! — Liegt es daran, dass unterden Musikern ein feiner und wohlgestalteter Geist über-haupt selten ist? Dass sie das Fühlen in sich nie iso-liren und seine Strahlenbrechung und Farbigkeit im Blitzdes Gedankens nicht kennen? Sie müssen alle Zuständevergröbern, gleichsam in’s Unmenschliche zurücküber-setzen: wie als ob die Gedanken und die Worte nochnicht erfunden seien. Dies ist übrigens ein grosser Reiz:es ist Urnatur in der Musik: sie gehört in die Zeit, woman die wilde Natur- der Landschaft verehrt und dieHochgebirge entdeckt hat. Einer Gesellschaft, welcheden geistigen Genüssen nicht gewachsen ist, welche selbstzu gedankenarm für Gemälde ist, und überhaupt ihreKopf-Kraft schon verthan hat, wenn sie sich anschickt,sich zu ergötzen, bleibt der Appell an die Gefühle undSinne: und in diesen bietet der Musiker die anständigsteErgötzung. Schon gemeiner ist der Theatergenuss mitdem Conterfei menschlicher Vorgänge und dem grobenReize der directen Nachahmung aufregender Scenen.