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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
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2. Der Künstler.

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Was ein Künstler an Meinungen, Sympathien, Anti-pathien, Gewohnheiten, Excessen alles nöthig hat, um dieLuft sich zu schaffen, in der er seine Productivität wachsenfühlt, das geht uns alles nichts an: so wenig uns derBoden kümmert, .wenn wir Brod essen. Verlangt erfreilich, dass wir alles jenes mit ihm theilen, um ganzden Genuss seiner Kunst zu haben, so ist zu antworten,dass der Genuss des grössten Kunstwerkes ein einzigesverschrobenes Urtheil, eine Verrückung unserer Stellungnicht aufwiegt. Das Kunstwerk gehört nicht zur Noth-durft, die reine Luft in Kopf und Charakter gehört zurNothdurft des Lebens. Wir sollen uns von einer Kunstlosmachen, die ihre Früchte zu theuer verkauft. Hältes ein Künstler nicht in der hellen, guten Luft aus, musser, um seine Phantasie zu schwängern, in die Nebelhöhlenund Vorhöllen hinein, gut: wir folgen nicht. Ebenso,wenn er Hass und Neid braucht, um seinem künst-lerischen Charakter strenge Treue zu wahren. EinKünstler ist nicht Führer des Lebens, wie ich frühersagte.

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Die Menschen jeder Zeit, welche Kunstbedürfnissehaben, vor allem aber eine tiefe, schwere Gemüthsart,fallen dem Künstler zu, welcher tief und ernst ist, undsanctioniren ihn, indem sie ihm ihre Tugenden unter-schieben: er kommt dem gern entgegen. Aber be-wiesen für den Künstler ist damit nichts.