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Für die Künste ist ein Zustand der Wildheit undder kämpfenden Individuen besser als die allzugrosseSicherheit.
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Unser Leben soll ein Steigen sein von Hochebenezu Hochebene, aber kein Fliegen und Fallen, — letzteresist aber das Ideal der Phantasiemenschen: höhere Augen-blicke und Zeiten der Erniedrigung. Diese schlimme Ver-wöhnung degradirt den allergrössten Theil des eigenenLebens, zugleich lernen wir die anderen Menschen, weilwir sie nicht in der Exstase sehen, geringschätzen: esist ungesund, denn wir müssen die moralisch ästhetischenAusschweifungen bezahlen. Bei tiefer eingewurzeltemÜbelbefmden und innerem Missmuthe muss die DosisErhebung immer stärker werden, wir werden zuletztgleichgültig gegen den Werth und nehmen mit derstärksten Erregung fürlieb. Verfall. — Dieser Processist in der Geschichte jeder Kunst sichtbar: das classischeZeitalter ist das, wo Ebbe und Fluth einen sehr zartenUnterschied machen, und ein wohliges Gefühl von Kraftdie Norm ist: es fehlt immer das, was die tiefsten Er-schütterungen hervorbringt: deren Erzeugung gehört indie Periode des Verfalls.
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Ich habe mein Ziel und meine Leidenschaft: ich willvon der Kunst nichts, als dass sie mir dasselbe verklärtzeige oder mich ergötze, ermuntere, zeitweilig abziehe.Das Erste ist meine Art von Religion: ich sehe meinIdeal von anderen geliebt und verklärt und in die Wolkenaufgetragen: ich bete mit ihnen! Nicht soll die Kunstmich mir selber entführen, nicht mich vor dem Ekel retten.