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In unseren Schulen wird die jüdische Geschichte alsdie heilige vorgetragen: Abraham ist uns mehr als irgendeine Person der griechischen oder deutschen Geschichte,und von dem, was wir bei David’s Psalmen empfinden,ist das, was das Lesen Pindar’s oder Petrarca’s in unserregt, so verschieden, wie die Heimath von der Premde.Dieser Zug zu Erzeugnissen einer asiatischen, sehr fernenund sehr absonderlichen Race ist vielleicht inmitten derVerworrenheit unserer modernen Cultur eine der wenigensicheren Erscheinungen, welche noch über dem Gegen-satz von Bildung und Unbildung erhaben stehen: diestärkste sittliche Nachwirkung des Christenthums, welchessich nicht an Völker, sondern an Menschen wendete unddeshalb gar kein Arg dabei hatte, den Menschen derindogermanischen Race das Religionsbuch eines semi-tischen Volkes in die Hand zu geben. Erwägt man aber,welche Anstrengungen das nichtsemitische Europa ge-macht hat, um diese fremdartige kleine jüdische Weltsich recht nahe an’s Herz zu legen, sich über nichtsdarin mehr zu wundern, sondern sich nur über sich selbstund seine Befremdung zu wundern, —■ so hat vielleichtin nichts Europa sich so sehr selbst überwunden, wie indieser Aneignung der jüdischen Litteratur. Das jetzigeeuropäische Gefühl für die Bibel ist der grösste Siegüber die Beschränktheit der Race und über den Dünkel,dass für jeden eigentlich nur das werthvoll sei, was seinGrossvater und dessen Grossvater gesagt und gethanhaben. Dieses Gefühl ist so mächtig, dass, wer sich jetztfrei und erkennend zur Geschichte der Juden stellen will,erst viele Mühe nöthig hat, um aus der allzugrossenNähe und Vertraulichkeit herauszukommen und das
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