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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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Derlrrthum der kirchlichen Absolution (und oft auchder staatlichen Strafen) besteht darin, dass hier ein Ein-mal zum Keinmal gemacht werden soll. Wenn die Er-innerung an eine Schuld nicht mehr quält, dann wirktder durch sie eingeübte innere Mechanismus viel leichter,und es giebt kein Elinderniss mehr für ein neues Ab-spielen des alten Liedes. Daher fromme, ehebrecherischeFrauen unter den Katholiken keine Seltenheit sind, welchetäglich sündigen und sich täglich absolviren lassen.

y 43°.

Will man behaupten, dass der Germane für dasChristenthum vorgebildet und vorbestimmt gewesen sei,so darf es einem nicht an Unverschämtheit fehlen. Denndas Gegentheil ist nicht nur wahr, sondern auch hand-greiflich. Woher sollte auch die Erfindung zweier aus-gezeichneter Juden, des Jesus und des Saulus, der zweijüdischsten Juden, die es vielleicht gegeben hat, geradedie Germanen mehr anheimeln als andere Völker? (Beidemeinten, das Schicksal jedes Menschen und aller Zeiten,vorher und nachher, nebst dem Schicksale der Erde, derSonne und der Sterne, hänge von einer jüdischen Be-gebenheit ab: dieser Glaube ist das jüdische non plusultra) Wie reimt sich die höchste moralische Subtilität,weiche ein Rabbiner- und nicht ein Bärenhäuter-Verstandso geschärft hat, und welcher die Erfindung des heiligenGottes und der Sünde an ihm zuerst gelungen ist, dasGefühl der Unfreiheit und Knechtschaft in einem grenzen-los ehrsüchtigen Völkchen, sein Ausschauen nach demErlöser und Vollender aller Hoffnungen, die priesterliche

Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.

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