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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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Holdseligkeit, die je zu Worte gekommen ist. An diesemJesus ist seitdem nicht mehr fortgedichtet worden, deshalbist nach Port-Royal das Christenthum überall im Verfall.

426.

Pascal rieth, sich an das Christenthum zu gewöhnen,man werde spüren, dass die Leidenschaften schwinden.Dies heisst: seine Unredlichkeit sich bezahlt machenund sich ihrer freuen.

427.

Der Hauptfehler Pascals: er meint zu beweisen, dassdas Christenthum wahr ist, weil es nöthig ist dassetzt voraus, dass eine gute und wahre Vorsehungexistirt, welche alles Nöthige auch wahr schafft: eskönnte aber nöthige Irrthümer geben! Und endlich: dieNöthigkeit könnte nur so erscheinen, weil man sichan den Irrthum schon so gewöhnt hat, dass er wie einezweite Natur gebieterisch geworden ist.

428.

Das Bedürfniss, sich über alle Sachen auszusprechen,die uns quälen, liess Gott dem Christen immer gegen-wärtig erscheinen. Für die gröberen, phantasieärmerenNaturen schuf die Kirche seinen Vertreter, den Beicht-vater. Warum will man sich aussprechen? Weil eineLust dabei ist, eine Vergewaltigung des Anderen, demwir unser Leid zu hören, mitzuempfinden, mitzutragengeben. Gott als Sündenbock muss auch Beichtvater sein.