Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
300
Einzelbild herunterladen
 

3 °°

kungen ernst und nicht das, was wirkt: sich selber.Unsere Wirkungen aber hängen von dem ab, woraufgewirkt werden muss, stehen also nicht in unserer Ge-walt. Daher so viel Unruhe und Verdruss.

364-

Anstatt zu wünschen, dass andere uns so kennen,wie wir sind, wünschen wir, dass sie so gut als möglichvon uns denken. Wir begehren also, dass die An-deren sich über uns täuschen: das heisst wir sind nichtstolz auf unsere Einzigkeit.

365-

Falsche Schlüsse:ich schätze die Menschen gering,folglich schätzen sie mich hoch,ich fürchte die Menschennicht, folglich fürchten sie mich. Aber die umgekehrtenSchlüsse sind eben so falsch. Das Schliessen ist hiereben das Falsche: es ist, als ob ein Kind schliesst:ichmache die Augen zu, folglich sehen mich die Anderennicht.

366.

Gegen jedermann ein spitzes, zweischneidiges, auf-reizendes Wörtchen haben: das sind die, welche es gernhaben, wenn die Ochsen schneller laufen, und etwasnachhelfen. Aber es giebt Tollkühne, welche jedermannrasend machen wollen, um sich so der Wirkung ihrerKraft zu freuen.

367-

Die Meisten haben allein Geist, wenn sie in kriege-rischer Verfassung sind, bei Angriff, Furcht, Vertheidigung,Rache. Dafür verfallen sie, sobald dieser Zustand nach-