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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
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I

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Willigkeit und Unsicherheit ihres Charakters machen ausihnen leicht ebenso grosse Übelthäter der Menschheit, alssie sonst deren Wohlthäter sein mögen. Namentlich istdas Verhalten der Genies zu einander eines der dunkelstenBlätter der Geschichte. Die Genieverehrung ist oft eineunbewusste Teufelanbetung gewesen. Man sollte über-rechnen, wie viele Menschen in der Umgebung einesGenies sich ihren Charakter und ihren Geschmack ver-dorben haben. Grosse Menschen ohne Werke thun viel-leicht mehr noth als grosse Werke, um die man einensolchen Preis von Menschenseelen zahlen muss.' Abereinstweilen versteht man kaum, was ein grosser Menschohne grosse Werke ist.

361.

Die Genies, die ihren Anhängern ein Stück Gehirnausschneiden, gleich Hühnern, so dass diese dann halb-trunken und schwankend die Reflexbewegungen der An-betung ausführen.

362.

Und wenn es die Entscheidung über euer Lebengilt, wie könnt ihr euch jemand anvertrauen, sei es einChristus oder Plato oder Goethe! Aber euer Glaubemuss so blind, so unbedingt, so fanatisch sein, damit ihrdas Lied eures' schlechten Gewissens übertönt, damit ihreuch vor euch selber Muth macht mit der Energie eurerTöne und Bewegungen. O ihr Schauspieler vor euchselber!

363-

Die Verkümmerung vieler Menschen hat darin ihrenGrund, dass sie immer an ihre Existenz in den Köpfender Anderen denken, das heisst sie nehmen ihre Wir-