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er keine Vorausberechnung über sich machen kann, dannzweifelt er an seiner Freiheit, und oft redet man davon dämonischen Einflüssen. Also die Regelmässig-keit, mit der gewisse Vorstellungen und Handlungen inuns folgen, bringt uns auf den Glauben, hier frei zu sein:berechnen zu können, vorherzuwissen! das heisst manleitet aus der Allwissenheit Gottes die Allmacht ab —ein gewöhnlicher Denkfehler. Das Gefühl der Macht imIntellectuellen, welches sich beim Vorherwissen einstellt,verknüpft sich unlogisch mit dem, was vorhergewusstwird: als Propheten bilden wir uns ein, Wunderthäterzu sein. Die Thatsache ist: „in dem und dem Fallepflegen wir das zu thun“. Der Schein ist: „es ist derund der Fall: ich will jetzt dies thun“. Wollen ist einVorurtheil. Es geschieht etwas immer und durch uns,und ich weiss vorher, was daraus wird und schätze eshoch, dass dies geschieht. Es begiebt sich trotz alledemohne unsere Freiheit und häufig wider unser oberfläch-liches Wissen: wir sagen dann erstaunt: „ich kann nicht,was ich will“. Wir sehen unserm Wesen nur zu, auchunserm intellectuellen Wesen: alles Bewusstsein streiftnur die Oberflächen.
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Auch beim Geringsten, was wir absichtlich thun,zum Beispiel kauen, ist das Allermeiste unabsichtlich.Die Absicht bezieht sich auf ein ungeheures Reich vonMöglichkeiten.
332 .
Nicht die vergessenen Motive und die Ge-wöhnung an bestimmte Bewegungen ist das Wesent-liche — wie ich früher annahm. Sondern die zweck-
Nietzsche, Werke II. Abtheilung Band XI.
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