Druckschrift 
11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
285
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Leidenschaften ist die Welt Zahl und Linie und Gesetzund Unsinn, in alledem das widerlichste und anmaass-lichste Paradoxum.

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Wir kommen nie zum Kern der Dinge: ich sage,wir kommen nie zum letzten Zipfel unserer Leidenschaftenund sehen höchstens vermittelst der einen über die anderehinaus.

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Unsere Leidenschaften sind die Vegetation, die denFelsen nackter Thatsachen sofort wieder zu umkleidenbeginnt. Das ewige Spiel!

b) Wille.

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Die Sprache trägt grosse Vorurtheile in sich undunterhält sie, zum Beispiel dass, was mit einem Wortbezeichnet wird, auch ein Vorgang sei: Wollen, Be-gehren, Trieb complicirte Dinge! Der Schmerz beiallen Dreien (in Folge eines Druckes, Nothstandes) wirdin den Processwohin? verlegt: damit hat er gar nichtszu thun, es ist ein gewohnter Irrthum aus Association.Ich habe solches Bedürfniss nach dir. Nein! Ich habeeine Noth, und ich meine, du kannst sie stillen (einGlauben ist eingeschoben).Ich liebe dich. Nein! Esist in mir ein verliebter Zustand, und ich meine, duwerdest ihn lindern. Diese Objectaccusative! Ein .Glaubenist in all diesen Empfindungsworten enthalten, zum Bei-spiel wollen, hassen u. s. w. Ein Schmerz und eineMeinung in Betreff seiner Linderung, das ist die