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11 : Abth. 2, Nachgelassene Werke ; Bd. 3 (1901) Unveröffentlichtes aus der Zeit des Menschlichen, Allzumenschlichen und der Morgenröthe : (1875/76 - 1880/81.)
Entstehung
Seite
281
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Die Zeit heilt jeden Kummer: die Zeit thut garnichts. Vielmehr sind es die Befriedigungen vieler Triebe,die allmählich ein treten und Vergessenheit bringen esist das Mittel Epicurs gegen die grossen Schmerzen:sich den Vergnügungen ergeben. (Die Schweinejagd beiPascal nach dem Tode eines Sohnes.) Auch dieTröstungen der Religion und Philosophie gehörenunter diese abziehenden Vergnügungen: ihr Werth be-steht vor allem in der Beschäftigung mit ihnen und demNachdenken u. s. w.

314.

Wir empfinden peinlich, dass jemand uns gering-schätzt. In einem hohen Moment der Stimmung sehenwir auf diese peinliche Empfindung hin und zurück, wieauf etwas Fernes, das uns kaum noch angehört, die Em-pfindung wird fast zum Wissen darum. Fast alleDinge, von denen wir nur diese Empfindung des Wissensdarum haben, scheinen uns ferner und ausser uns, derleidende oder angenehme Trieb als Fundament darin istuns kaum mehr bemerkbar. Aber er muss darin sein,das Gedächtniss merkt nur Thatsachen der Triebe: eslernt nur, was in einen Gegenstand eines Triebes ver-wandelt ist! Unser Wissen ist die abgeschwächtesteForm unseres Trieblebens; deshalb gegen die starkenTriebe so ohnmächtig.

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Erstens Zeit der Triebe ohne Gedanken, zweitensZeit der Triebe mit Gedanken (Urtheilen). Hier werdenTriebe und Trieb-Verhäkelungen vorgestellt. Die häu-