Das Nachbilden (Phantasiren) wird uns leichter alsdas Wahrnehmen, Nur-percipiren: weshalb überall, wo wirmeinen, blos wahrzunehmen (zum Beispiel Bewegung)schon unsere Phantasie mithilft, ausdichtet und uns dieAnstrengung der vielen Einzelwahrnehmungen erspart.Diese Thätigkeit wird gewöhnlich übersehen, wir sindnicht leidend bei den Einwirkungen anderer Dingeauf uns, sondern sofort stellen wir unsere Kraft dagegen.Die Dinge rühren unsere Saiten an, wir abermachen die Melodie daraus.
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Was ist denn die Phantasie? Eine gröbere, unge-reinigte Vernunft, — eine Vernunft, die bei Vergleichungenund Einordnungen grosse Fehler macht, unstet im Tempoist und von den Affecten hin und her gegängelt wird;eine wilde und malerische Art der Vernunft, die Mutterder Scheinerkenntnisse und der „plötzlichen Erleuch-tungen“ (wo der Glanz einer Idee mit dem Lichte derWahrheit verwechselt wird). Beide, die Vernunft unddie Phantasie sind gebärend, aber letztere wird leichterbefruchtet und setzt viel mehr Missgeburten und Mond-kälber in- die Welt. Vernunft ist eine Phantasie, welchedurch Schaden klug geworden ist, vermöge des zu-nehmenden besseren Sehens, Hörens und Sich-erinnerns.
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Unser Denken ist wirklich nichts als ein sehr ver-feinertes , zusammen verflochtenes Spiel des Sehens,Hörens, Fühlens, die logischen Formen sind phy-